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An diesem Morgen werde ich lächeln, wenn ich Dein Gesicht sehe und lachen, auch wenn mir nach Weinen zumute ist...
An diesem Morgen lasse ich Dich Deine Kleider selbst aussuchen und sage Dir, wie perfekt es aussieht...
An diesem Morgen werde ich die schmutzige Wäsche liegen lassen und mit Dir in den Park zum Spielen gehen...
An diesem Morgen lasse ich das schmutzige Geschirr in der Spüle und lasse mir von Dir zeigen, wie man Dein Puzzle zusammenbaut...
An diesem Nachmittag werde ich das Telefon ausstecken, den Computer ausschalten und mit Dir im Garten sitzen und Seifenblasen fliegen lassen...
An diesem Nachmittag werde ich Dich nicht anschreien und werde nicht genervt sein, wenn Du schon wieder ein Eis willst, ich werde es Dir einfach kaufen...
An diesem Nachmittag werde ich mir keine Sorgen darüber machen, was einmal aus Dir werden wird, wenn Du erwachsen bist...
An diesem Nachmittag werden wir Plätzchen backen und ich lasse sie ganz alleine von Dir formen, ohne es besser machen zu wollen...
An diesem Nachmittag gehen wir zu McDonald’s und kaufen zwei Happy Meals, damit wir beide ein Spielzeug haben...
An diesem Abend werde ich Dich in den Armen halten und Dir eine Geschichte darüber erzählen, wie Du geboren wurdest und wie sehr ich Dich liebe...
An diesem Abend werde ich Dich in der Badewanne plantschen lassen und mich nicht über die Pfützen ärgern...
An diesem Abend darfst Du ganz lange aufbleiben und wir sitzen auf der Terrasse und zählen die Sterne...
An diesem Abend werde ich mich ganz lange und ganz nah zu Dir kuscheln und meine Lieblingsfernsehsendung verpassen...
An diesem Abend, wenn ich mit meinen Händen über Dein Haar streiche, während Du betest, werde ich einfach nur dankbar sein für das größte Geschenk, das Gott mir gemacht hat...
Ich werde an die anderen Mütter und Väter denken, die ihre vermissten Kinder suchen, die Mütter und Väter, die an die Gräber ihrer Kinder gehen müssen, weil die Kinderzimmer leer sind, an die Mütter und Väter, die in Krankenhäusern sitzen und zusehen müssen, wie ihre Kinder leiden und die ihre Verzweiflung nicht hinausrufen dürfen...
Und wenn ich Dir einen Gute-Nacht-Kuss gebe, dann werde ich Dich ein bisschen fester halten, ein bisschen länger. Dann werde ich mich bei Gott für Dich bedanken und ihn um nichts bitten... außer um einen weiteren Tag... Wir wissen nie, ob Gott uns noch einen weiteren Tag gibt...
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Zwei Schlüsselchen öffnen Dir jede Tür zwei niedliche, kleine blanke. Paß auf, dass Du sie nicht verlierst. Sie heißen "Bitte" und "Danke".
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Kinder haben Rechte und zwar ganz gerechte. Kinder dürfen spielen und auch was beschmieren. Kinder dürfen lachen, und was besonderes machen. Kinder dürfen auch was sagen und sich mal ganz doll beklagen. Kinder dürfen beten und sich auch mal verspäten. Kinder dürfen selbst entscheiden und sich auch allein bekleiden. Kinder brauchen Liebe und bestimmt nicht Hiebe. Kinder haben Rechte!
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Im Paradiese standen Blumen wunderbar, doch nicht ein einzig Kindlein drinnen war. Im Elend, nach des Cherubs Flammenstreich, gab`s Kinder g`nug zu Leib und Plag zugleich. Die Blumen aber, mit Erlaub des Herrn, sie zogen nach und saßen Stern bei Stern. Drum, seit Gott`s Garten ihnen nachrückt, jed`s Kindlein läuft und sich zur Blume bückt.
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Verjagt der Mensch den harten Acker grub und seufzend Scholl` um Scholl` mit Disteln hub. Die Kindlein weinten und der Donner schlug, der Sturm den Fluch im Heulen weitertrug. Noch aber wußte, sang ihr altes Lied die Nachtigall, wenn still der Tag verschied. Der Mensch, gedenk urester Harmonien, er sehnt sich heim in tausend Melodien.
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"Ihr Name und Beruf, Herr Patient?" "Nur Hampelmann! Ich bin, was man mich nennt." "Und sagen Sie mir doch, was Ihnen fehlt!" "Ein Bein, Herr Doktor, wenn ich recht gezählt." "Ein Bein? Wo haben Sie`s denn hingebracht?" "Ich weiß es nicht. Auf einmal hat`s gekracht." "Mein Fach, Herr Hampelmann, ist Chirurgie, und Messer, Schere, Leim kuriert auch Sie. Es wird, mein Herr, nun wohl das Erste sein: Sie laufen gleich und holen sich Ihr Bein!"
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Wer ein Professor ist von Rufe, wird leicht von seinem Schirm verlassen: Doch ein gelehrter höchster Stufe vergißt sie gar, ihn stehn zu lassen.
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Alle fünf Geschwister stehen um das Brüderlein herum. Auch der Kasperl darf es sehen: Größer wird sein Publikum!
Schlaf in deinem Wiegenkissen, Brüderchen, solang`s dir paßt! Wenn du aufwachst, wirst du wissen, das du sechs Beschützer hast.
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Da sind die sieben Schwaben mit ihrem langen Speer. Du kleiner Has im Graben brauchst keine Angst zu haben; sie zittern viel zu sehr.
Wer will sie darum schelten? Ihr Herz ist eben weich. Könnt man von allen Helden nichts Böses vermelden als solch ein Schwabenstreich!
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Mancher lebt auf großen Füßen, aber doch auf kleinen Fuß, läßt`s die armen Stiefel büßen, wenn er "kürzer treten" muß. Manch ein Damenschuh indessen spielt nicht ungern "Herr im Haus". Ist das Dach zu kark bemessen, gleicht das Fundament dies aus. Fast für alle triftt es zu: Wie die Leute, so die Schuh.
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Dies ist die beste aller Gaben, die heimlichste der Seligkeiten, das Glück der Mütter aller Zeiten: ihr Kind von Herzen liebzuhaben.
Die große Meisterschaft beginnt, schon mit den ersten Puppenkind.
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Seit wann hat der Kaktus, der stachlige Wicht, solch klassische Nase in seinem Gesicht? Und was, mit Verlaub, ist ihr innerer Zweck: zu riechen, zu schnaufen, zu laufen? O Schreck, da läuft schon die eigene Nase! Vergleichbar sind nimmer die Maße. Die Nase am Kaktus begeistert den Knaben: Ein Taschentuch scheint sie nicht nötig zu haben.
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Es ist die Eigenart der Post: Sie bringt uns sehr gemischte Post. Doch jedermann berührt es tief, ist das Papier ein Liebesbrief.
"Drucksache" wär in diesem Fall unangebracht, weil überall die Liebe, die das Herz beirrt, schon selbst derart empfunden wird.
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Wieviel denn Eins und Eines macht, wird hier mit Klugkeit ausgedacht. Noch steht die Lösung ganz dahin: Denn soviel Köpfe, soviel Sinn!
Zwar ist das irren menschlich sehr, für Professoren selbst nicht schwer- Je nun, per Schwamm wird vorteilhaft der Fehler aus der Welt geschafft.
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Des Strumpfes Länge ist geglückt, schon bis zur Ferse vorgerückt. Nun aber, Liese, aber nun! Wie wird das Ding sich weiter tun?
Es ist zwar aller Anfang schwer, beim Strumpf das Ende noch viel mehr. Wir hoffen, daß ein Wandersmann darin auch stehn und gehen kann.
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Der Malersmann als Praktikus, er bringt, was ihm sein Geist ersann, mit Ölfarb auf der Leinewand an. Bald stellt er fest mit Selbstgenuß: Man ist Genie, man kriegt es nie!
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Ein Malersmann ale Kritikus, er sieht es sich mit Freuden an, wie wenig der Kollege kann. Gewöhnlich kommt er zu dem Schluß: Tja, das Genie erlernt sich nie!
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Der Apotheker ist ein Mann, der niemand leiden sehen kann. Chemie ist seine Wissenschaft, die nach Rezept den Schmerz abschafft. Für jede Klasse Ach und Oh Weiß er das Mittel so und so. Man findet bei Unpäßlichkeit ihm Tag und Nacht (ver-) "dienstbereit".
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Ein Seelenschmerz wird oft verklärt, wenn philosophisch man verfährt. Doch Zahnweh ist von jener Art, die keinem Ideal sich paart. Im ungestümen Nervenbraus entschließt man sich: Jetzt muß er raus! Im Unterschied zum ersten Fall behebt die Zange den Krawall. Man sieht: die Wahl erfordert List, was für ein Schmerz zu wünschen ist.
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"O du großer Vogel Schwan, trägst dein Junges wie ein Kahn. Ja, das Schwänchen ist nich dumm, fährt auf dir im Teich herum. Wenn du nicht das Schwänchen hätt`st: Ob du mich so schwimmen tät`st?"
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Faßt die Hände, dreht euch rund, rund im Ringelreihenbund. Jedes Jahr sich dreht der Kreis: Sommer, Winter - Sonn` und Eis. Rundum geht es an der Uhr, Rundum geht die Sternenflur. Rund um Gottes Throne stehn Alle Engel, ihm zu sehn. Rund geht schön, und schön geht rund: Alle im Ringelreihenbund.
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Verbitte mir das Lachen! Wie könnten Kleider Leute machen, gäb`s nicht auch Leut, die Kleider machen! Ich, Meister auf dem Stuhle mit meiner Scher und Spule: Was einst der Herr im Paradies, das tu ich auch und sag nur dies: Ihr Sündenfall-Gestelle, Nur g`schwind in eure Felle! Verbitt mir das Lachen!
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Das Bild erweckt im Unterton den Einspruch jeder Redaktion. Denn er, der hier so eifrig liest, ersichtlich mit Kritik genießt. Durch seinen Blick, so angestrengt, verrät er, dasß er selber denkt.
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Die Wiege steht im Garten, das Kindlein hat es gut. Wer braucht denn sein zu warten, wenn Gott es selber tut?
Wo`s blühet und wo`s scheinet, die Bienlein laden voll, weil`s Kindlein, wenn es weinet, was süßes haben soll.
Das Vöglein bringt ihm helle viel gute Wünsche dar, und auf des Lüftchens Welle besucht`s der Falter gar.
Die große Sonnenblume, sie nimmt`s in ihre Hut - Ade nun, Mutter, Muhme: Im Paradies ist`s gut!
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Der lieblichen Wiese kaum eines Schrittes Breite! Wer sieht sich, wer faßt dich, unendliche Stelle! Erschlürfte mein Auge wie diese Libelle Der Kelche Tiefen - welche Weite, Wie großes im Kleinen ermäße ich hier, in meines Fußes nahfernem Revier! Es tönen die Farben, es glänzen die Töne, aus tausendgeteiltem Spiegel der ewigen Schöne.
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"Ihr Vögel da droben, wir drei sind verirrt. Wohin geht der Weg in das Dorf und zum Wirt?"
Sie zwitschern und pfeifen, die oberen Drei, Doch brauchbarer Hinweis ist keiner dabei.
Die Brüder da unten, die ratlosen Kunden, sie haben den Weg wohl am Ende gefunden und ihre drei durstigen Kehlen erfrischt, dich sicher hat keine viel Wasser erwischt!
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Ich blas mein Horn, trari, trara, und jeder weiß: Die Post ist da.
Für wen ist heute was gekommen? Das weiß nur ich, genau genommen.
Wenn auch für mich nichts drinnensteht, kein Brief, kein Päckchen, kein Paket.
Ist`s doch für mich der größte Spaß, denn ohne mich kriegt keiner was.
Ja, ich, trari, der Postillon, bin hier, trara, die Hauptperson.
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O Vater, Berg und Tales Pracht berühmen Deiner Tiefe Macht!
O Sohn, am Kreuze hingetan, welch Urerbarmen ruft mich an!
O Geist! Wer nicht dem Kinde gleich, sieht ewig nicht Sein ander Reich.
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Noch ist der Welt erschienen nicht des Herren ewig Sabbatlicht.
Doch kommt der Woche siebter Tag kein mühlich Werk dir frommen mag.
"Das Meise siehe", mahnt sein Ruf, "und dich, Mein Bild, das Ich erschuf."
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`s ist wieder nun gewaschen! Gewaschen her und hin und hin und her gewaschen Hab ich, die Wäscherin, nun zeigt euch auf der Leine, Hemd Leintuch, Hosenbeine! Komm, Windchen, mache trocken das Schnupftuch und die Socken! Komm, Sonne, liebe, heiße, schein auf das Bunt und Weiße! Mach, Wolke, mir`s nicht nässer- Zieh hin, zieh hin, zieh hin! Du kannst es doch nicht besser. als ich, die Wäscherin.
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Zum kehren brauchts`den Besen, zum Besen Besenbinder, zum Binden Reis für Besen, und fehlte Reis dem Binder, wär`s nicht am Baum gewesen, und auch der Baum mit Besenreis kam nicht von selbst ind Paradeis.
Zum Kehren braucht`s den Besen, Den Besen in der Ecke. Doch ohne rührig Wesen rührt er sich nicht vom Flecke. Nur, was er kehrt, der Besen, im Haus und Hof und insgemein, das richtet sich von selber ein.
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Nun ziehen Heim die Herden, die Wiesen löschen aus. Der Seele fremdet`s auf Erden - O Seele, wo ist dein Haus?
Was ist`s? Du bist vernommen, Die Geister sind dir nicht fern: Sie wallen im Nebel und kommen - Es läutet den Engel des Herrn.
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Wo das Holz am Wiesenpfade schweigend spricht das Wort der Gnade, Bläst auf inniger Schalmei, als ob Erde Himmel sei, wonnesam der Hirtenknabe, lauscht das Lamm in seiner grünen Labe. Lamm am Holze! Wird`s geschehen, das wir Heil auf Erden sehen?
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Um Hühnchen und Hähnche ist`s munter bestellt, wenn nur unser Lenchen die Fütterung hält.
Was wird wohl ein Hähnchen? Was wird wohl ein Huhn? Bals siehst du es, Lenchen, an dem, was sie tun.
Ob Krähen, ob Legen, bald siehst du es ein: Ob Krähen, ob Legen, gefressen muss sein.
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Ja, Kirschen hat der Junge - für Foxel ganz belanglos. Fox aber leckt die Zunge, und dies gewiß nicht dranglos.
Der Junge wehrt, natürlich, wie sehr der Fox auch spauze. Doch dieser, sehr begierlich, will dran mit seiner Schnauze.
Er macht`s wie höhere Sorten, begabt mit Geistesriechern; es menschelt allerorten, sogar auch bei den Viechern.
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Ostermorgen auf grünen Pfaden, wo die Geschlechter gewandelt vor ihnen, wandeln, Korb und Händchen beladen, Mägdlein mit heilig gesammelten Mienen....
Tragen Eier, geweihte Speise Heim von der Küche, frommer Begehung. Schrittchen und Rede - wie macht sie so leise Lamm und Fähnchen der Auferstehung!
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Nicht wie der Vogel, müde des Fluges, der Lieder, zum Abend sich birgt ins eigne Gefieder - Nicht schließt der Mensch der Mühe, der Lust irgend sich selber in seiner Brust. Ihm ist an lieber Schulter süßere Rast, und einer fühlend, des anderen Last werden sie Eines, gemeinsam einsam, bergen ihre Schweres im Dritten zur Ruh und besten verschwiegend das lösende Du.
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Ein Loch im Strumpf ist bald gemacht - zum Stopfen braucht es viel Bedacht. Man sieht, am Schaden selbst gedeiht des Menschen Kunst und Fertigkeit.
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Der kleine Mann hier buchstabiert, was sich ein großer aussinniert. Wenn jeder nur tut, was er kann, ist jedermann ein ganzer Mann.
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"Nun Feierabend, Gott sei Dank, und Rast und Frieden auf meiner Bank!" Der Alte sitzt, der Enkel dabei und bläst ihm sachte auf seiner Schalmei. Das Liedchen lobt die Abendruh, der Alte hört so wohlig zu ----
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Die Muhme - sie hat sich schier verweilt - mit Kind und Geiß nach Hause eilt. Das Liedchen weht`s vom Dorfe her, und was sie trägt, wird halb so schwer. "Nun Feierabend, Gott sei Dank, und Rast und Frieden auf unsrer Bank!"
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O Kindes Auge, was blickst du mir her, wie Frühlicht jung und schon abendschwer?
Wie dringst du nah und bleibest fern, wie noch das Eigen drüben des Herrn!
Das lasest nicht im Blumen der Trift, noch eines Weisen strenger Schrift.
Von wannen, kaum erst auferwacht, hast du schon Ernte eingebracht?
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Das Kindlein, siehe, eingeschlafen! Noch hält es im Arme den braven Hampelgespielen. Sie ruhen, nach Freuden so vielen, nun auch im Schlummer gesellt. O Seele, flaumenleichte! Ob lächelnd den Fittich dir reichte Engelgespiele, der stärkend für morgenkünftige Ziele nun innig dich im Arme hält?
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Umdrängenden Enkeln erzählt sie des alten Buches Bild und Sage. Was nie geschehen - so ist es gewesen, und frisch begibt sich`s am heutigen Tage.
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Umdrängenden Enkeln ergeben, er nickt, und Traum wird`s bei hellem Tage. Was je ihm geschehen, ist`s wirklich gewesen? Ach, alles war Bild nur, ist schwebende Sage.
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Hier gibt sich wer voll Musensinn, sogar auch mit des Leibes Hang, den Noten und dem Ständer hin-
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Hier aber sieht ein jeder ein: Es muss was mehr`s als nur Gesang noch vorgekommen sein.
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Die junge Frau verruhet, wo Ast und Vogel sind. Sie schweigt und blickt danieder, im Schoße liegt ihr Kind.
Dem Baum hat`s manche Jahre das Kleid dahingeweht. Die Vöglein kamen gezogen, das Gras auch ward gemäht.
Lieb Kind, das Blühen, Singen, es währet seine Zeit. Will`s Gott, er hält uns allen, was ewig währt, bereit.
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Und nun zum guten Ende begleiten Kinderhände den Wunsch auf Wiedersehen!
Jawohl, die Gedichte sind fertig, und eures Spruchs gewärtig: `s war schön, auf Wiedersehn!
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Kindergedichte
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